Umwelt: Konzepte und Massnahmen
Unsere Klimaziele erreichen wir nur, wenn wir auf der ganzen Wertschöpfungskette ansetzen: von der Beschaffung über die Angebotsgestaltung bis zum Betrieb unserer Restaurants und Hotels.
ESRS Reporting-Index: E1 Klimatschutz und Energie
ESRS E1-2 | ESRS E 1-3
Konzeptionelle Verankerung
Zur Umsetzung unserer Klimastrategie verfolgen wir verschiedene Ansätze entlang unserer Wertschöpfungskette und orientieren uns an den SBTi-validierten Klimazielen.

Nachhaltige Beschaffung
Ein wesentlicher Teil unserer Umweltwirkung entsteht entlang der vorgelagerten Wertschöpfungskette, insbesondere bei der Produktion von Lebensmitteln. Deshalb berücksichtigen wir bei der Beschaffung ökologische Kriterien und arbeiten mit klar definierten Beschaffungsgrundsätzen. Dabei beziehen wir Aspekte wie Produktionsmethoden, Tierwohlstandards, Herkunft sowie Nachhaltigkeitslabels in unsere Einkaufsentscheidungen ein.
Die Weiterentwicklung dieser Beschaffungsgrundsätze erfolgt teilweise in Zusammenarbeit mit externen Partnerorganisationen (WWF, Schweizer Tierschutz, Fairtrade), mit denen vertraglich vereinbarte Nachhaltigkeitsziele bestehen.
Entlang der Lieferkette arbeiten wir zudem mit unseren Lieferanten zusammen, von denen viele eigene Nachhaltigkeitsziele verfolgen.
Klimafreundliche Angebotsgestaltung
Unser Konzept für eine klimafreundliche Angebotsgestaltung basiert auf der Planetary Health Diet, einem wissenschaftlich fundierten Ernährungsrahmen, der ökologische Verantwortung und menschliche Gesundheit gleichermassen berücksichtigt.
Leitgedanke ist dabei «Gut für dich, gut für den Planeten»: Klimafreundliche Optionen sollen für unsere Gäste nicht Verzicht bedeuten, sondern attraktive Selbstverständlichkeit sein. Wie wir dieses Konzept konkret umsetzen, zeigen unsere Massnahmen unter E1-3.
Energie- und Ressourceneffizienz im Betrieb
Neben der Angebotsgestaltung und der Beschaffung arbeiten wir daran, den Energie- und Ressourcenverbrauch in unseren Betrieben weiter zu reduzieren.
Insbesondere in unseren Hotels möchten wir uns künftig stärker mit der Nachhaltigkeit der Gebäude befassen, da der Betrieb und die Infrastruktur der Gebäude einen wesentlichen Einfluss auf die Treibhausgasemissionen in der Hotellerie haben. Der hierfür entwickelte konzeptionelle Rahmen umfasst vier Aktionsfelder:
- Nachhaltige Gebäude, mit hohen Anforderungen an Projekte und Infrastruktur.
- Effizienter Umgang mit Ressourcen, insbesondere bei Energie- und Wasserverbrauch sowie der Reduktion von Einwegmaterialien.
- Nachhaltige Materialien, etwa bei langlebiger Zimmerausstattung sowie bei Food- und Non-Food-Produkten aus nachhaltiger Produktion.
Sensibilisierung und transparente Kommunikation, beispielsweise durch Schulungen für Mitarbeitende, Information der Gäste und Partnerschaften mit Zertifizierungsprogrammen.
Dieser Ansatz bildet den Rahmen für die Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsansatzes im Hotelbereich. Aufbauend darauf sollen bis 2026 konkrete Massnahmen ergänzt und ein Umsetzungsplan erarbeitet werden.
Steuerung über Kennzahlen
Zur Steuerung unserer Klimastrategie erstellen wir jährlich eine Treibhausgasbilanz. Um Entwicklungen über die Geschäftsbereiche hinweg vergleichbar zu machen, setzen wir die Emissionen ins Verhältnis zur Gästeanzahl.
Massnahmen und Mittel
2025 lag ein Schwerpunkt unserer Massnahmen im weiteren Ausbau unseres IP-SUISS-Fleischsortiments. Zudem haben wir beschlossen, den ECO-SCORE schrittweise für alle unsere Kunden in der Schweiz und in Deutschland einzuführen. Die Umsetzung ist bis Ende des ersten Quartals 2026 vorgesehen.
Folgende Übersicht zeigt die zentralen Massnahmen zur Reduktion unserer Treibhausgasemissionen aus unserer Klimastrategie:
Emissionshebel | Scope | Klimamassnahme | Status 2025 | Zeithorizont | Beitrag zur Emisionsreduktion |
|---|---|---|---|---|---|
Fahrzeugflotte | Scope 1 | Umstellung auf Elektrofahrzeuge | In Umsetzung | bis 2030 | Reduktion direkter Emissionen |
Energieeffiziente Gebäude | Scope 1/2 | Temperatursteuerung und Facility-Massnahmen im Rahmen der Green Key Zertifizierung | Laufend | ab 2026 | Senkung Energieverbrauch |
Wärme- und Kälteoptimierung | Scope 1/2 | Erarbeitung von Massnahmen zur Emissionsreduktion in Heiz- und Kühlsystemen | In Planung | ab 2026 | Reduktion betrieblicher Emissionen |
Stromumstellung Hotels | Scope 2 | Umstellung auf erneuerbare Energie | In Umsetzung | 2026 | Reduktion energiebedingter Emissionen |
Food Waste Reduktion | Scope 3 | Operative Massnahmen zur Verringerung von Lebensmittelverlusten | Laufend | fortlaufend | Vermeidung indirekter Emissionen aus Produktion |
Logistik-optimierung | Scope 3 | Bündelung von Lieferungen und Optimierung von Transportwegen | Laufend | fortlaufend | Reduktion transportbedingter Emissionen |
Klimafreundliche Ernährung | Scope 3 | Weiterentwicklung des Angebots mit Fokus auf pflanzenbasierte Menüs | Laufend | fortlaufend | Reduktion lebensmittelbedingter Emissionen |
Transparenz-instrument ECO-SCORE | Scope 3 | Einführung und Ausweitung des ECO-SCORE zur Angebotssteuerung | In Umsetzung | flächendeckend ab 2026 | Steuerung emissionsärmerer Menüoptionen |


Energieeffiziente Gebäude
Im Gebäudebetrieb setzen wir verschiedene Massnahmen um, um den Energieverbrauch und die damit verbundenen Emissionen zu reduzieren. Dazu gehören insbesondere Massnahmen im Rahmen der Green-Key-Zertifizierung unserer Hotels sowie die schrittweise Umstellung auf erneuerbare Energiequellen.
Im Rahmen unserer Klimastrategie wurde zudem beschlossen, mögliche Optimierungen der Heiz- und Kühlsysteme zu prüfen, um weiteres Reduktionspotenzial im Gebäudebetrieb zu identifizieren.
Klimafreundliche Ernährung
Ein wesentlicher Hebel zur Reduktion unserer indirekten Emissionen liegt in der Weiterentwicklung unseres Angebots. Dabei setzen wir gezielt auf einen höheren Anteil pflanzenbasierter Gerichte. Durch deren konsequente Weiterentwicklung steigern wir die Attraktivität solchen Menüs, wordurch sie bei den Gästen auf eine höhere Akzeptanz stossen. Somit senken wir den durchschnittlichen CO₂-Fussabdruck unserer Menüs, ohne die Wahlfreiheit der Gäste einzuschränken.

Anteil vegetarischer oder veganer Rezepte Schweiz
In der Schweiz sind in der Rezeptdatenbank pflanzenbasierte Gerichte bereits fest verankert. Von insgesamt 6'148 Rezepten sind 3'761 vegetarisch oder vegan, was einem Anteil von 61% entspricht. Ergänzend beteiligen wir uns an Initiativen wie Veganuary, um pflanzenbasierte Optionen sichtbar zu machen.


Anteil vegetarischer oder veganer Rezepte Deutschland
In Deutschland haben wir in der Rezeptdatenbank 8'824 Rezepte, davon sind 5'446 vegetarisch oder vegan, was einem Anteil von 63% entspricht.



Food Waste
Zwischen Feld und Teller fallen in der Schweiz jährlich rund 2.8 Millionen Tonnen Food Waste an. Da die Lebensmittelproduktion für einen Drittel der Umweltbelastung verantwortlich ist, ist es die Aufgabe von uns allen, diese Zahl zu minimieren. Denn durch die Reduktion von Food Waste und von unnötig verbrauchten Ressourcen können wir alle einen wesentlichen Beitrag für ein nachhaltiges Ernährungssystem leisten. Aus diesem Grund setzt sich die SV Group seit 2006 mit zahlreichen Massnahmen für die Vermeidung von Food Waste ein.
Food Waste Messung
Food Waste wird in unseren Restaurants seit 2006 jährlich systematisch erfasst. Durch die kontinuierliche Messung und die Umsetzung verschiedener Massnahmen konnte der Food Waste seither um rund 40% reduziert werden. Aktuell fallen durchschnittlich etwa 38 g Food Waste pro Mahlzeit an.
- Freechoice
- Buffet warm
- Salatbuffet
- Buffet kalt
- Küche
- Gästeteller
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2002
2023
2024
2025
Zur Reduktion von Lebensmittelverlusten setzen wir auf folgende Massnahmen:
- Wir planen die Produktion bedarfsgerecht, indem wir nur einen Teil der Speisen vorproduzieren und je nach Gästeaufkommen flexibel nachproduzieren.
- Portionsgrössen werden aktiv auf den Hunger der Gäste abgestimmt und entsprechend portioniert.
- Gegen Ende des Services werden Salatbuffets bewusst nicht mehr vollständig bestückt.
- Das Personal wird geschult, um Lebensmittel fachgerecht zu lagern und die Haltbarkeit zu verlängern.
- Überschüsse werden teilweise vergünstigt mit der Kennzeichnung «Gemeinsam Food Waste vermeiden» weitergegeben.
- Unvermeidbare Reste werden durch unseren Entsorgungspartner in Biogas umgewandelt.

ECO-SCORE
Zur Förderung klimafreundlicher Menüentscheidungen setzen wir zudem den ECO-SCORE by Beelong ein. Dieses Instrument macht die Umweltwirkung einzelner Gerichte transparent und unterstützt Gäste dabei, nachhaltigere Optionen zu wählen. Gleichzeitig dient der ECO-SCORE intern als Orientierung für die Weiterentwicklung unseres Angebots.
Finanzierung und Investitionen
Die Umsetzung der beschriebenen Massnahmen erfolgt im Rahmen der bestehenden strategischen und operativen Planung. Die dafür notwendigen Investitionen werden im regulären Budget- und Investitionsprozess berücksichtigt. Ein separater Investitionsplan für Dekarbonisierungsmassnahmen besteht derzeit nicht.
Meilensteine
Das sind unsere Meilensteine zu ausgewählten Entwicklungsschritten im Bereich klimafreundlicher und gesunder Ernährung.
2024
2023
Durchführung der "Planetary Health Week" in allen SV Restaurants
Erstellung eines umfassenden Corporate Carbon Footprints für die SV Group in Zusammenarbeit mit myclimate
2022
Der Veganuary findet zum ersten Mal in allen SV Restaurants statt
Committment zur Sciene Based Targets initiative (SBTi)
2021
Durchführung der "plant-based week" in allen SV Restaurants
2020
Entwicklung von vegetarischen und veganen Rezepten für ein vielseitiges Menüangebot mit vielfältigen Stärkebeilagen und HülsenfrüchtenEntwicklung veganer Rezepte für unser TakeAway-Konzept "ANDIAMO"Corona-bedingte Verlängerung der WWF-Partnerschaft (inkl. Zielsetzung bis Ende 2023
2019
Die "Planetary health diet" ist der neue Leuchtturm für mehr NachhaltigkeitBeginn Sortimentserweiterung an Fleisch- und MilchersatzproduktenVerlängerung der WWF-Partnerschaft bis Ende 2021
2018
Einführung weiterer Rezepte für attraktive Gemüsezubereitungen und Salatkreationen
2017
Lancierung des Angebotskonzept "Attraktives Salatbuffet" für ein kulinarisch ansprechendes Salatbuffet
2016
Seit 2016 nehmen unsere Lernenden an der Hiltl-Akademie teilNeu: Angebotskonzept "Attraktives Gemüse" für ein verbessertes vegetarisches AngebotVerlängerung der WWF-Partnerschaft bis 2018
2014
Seit 2014 nehmen unsere Küchenchefs mind. am Basis-Kurs der Hiltl-Akademie teil
Einführung des ONE Climate Days in allen SV Restaurants
2013
ONE TWO WE gewinnt Zürich KlimapreisLancierung des SV KlimagemüsesSpargeln und Erdbeeren aus Übersee werden verboten
2012
Lancierung des Klimaschutzprogramms ONE TWO WESV Schweiz wird Mitglied der WWF Climate Savers

