Verschiedene Teller mit kunstvoll arrangiertem Gemüse und Kräutern.

Umwelt: Biodiversität

Als Gastronomieunternehmen sind wir in hohem Masse von intakten Ökosystemen abhängig. Gesunde Böden, sauberes Wasser und eine intakte Artenvielfalt sind Grundvoraussetzungen für die landwirtschaftliche Produktion, aus der wir unsere Zutaten beziehen. Der Verlust von Biodiversität stellt damit nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein unternehmerisches Risiko dar. Daher setzen wir uns gezielt für mehr biologische Vielfalt ein.

ESRS Reporting-Index: E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
ESRS E4-1 I ESRS E4-2 I ESRS E4-3 I ESRS E4-4 I ESRS E4-5

Verschiedene Teller mit Blumen und Pflanzenkunst auf beigem Hintergrund.

ESRS E 4-1

Berücksichtigung von biologischer Vielfalt in Strategie und im Geschäftsmodell

Unsere Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen wirken sich gleichzeitig positiv auf die Biodiversität aus. Eine pflanzenbetonte Ernährung, die wir aktiv über die Menügestaltung fördern, reduziert den Flächenbedarf für die Landwirtschaft und schützt damit natürliche Lebensräume und Artenvielfalt. Biodiversität und Klimaschutz sind für uns eng miteinander verbunden.

Um unsere Abhängigkeiten und Auswirkungen auf die Natur besser zu verstehen, haben wir eine erste Analyse unserer entwaldungs- und umwandlungsfreien Lieferkette für kritische Rohstoffe (Soja, Palmöl, Kakao, Holz, Zellstoff und Papier, Kaffee sowie Fleisch) durchgeführt. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet. Als nächsten Schritt werden wir auf dieser Basis konkrete Massnahmen ableiten.

ESRS E4-2

Konzepte für biologische Vielfalt

Im Bereich Tierwohl orientieren wir uns an anerkannten Programmen und Labels mit erhöhten Anforderungen an Haltung und Produktionsmethoden. In der Schweiz zählen dazu unter anderem BTS, RAUS und IP-SUISSE. IP-SUISSE-zertifizierte Betriebe sind verpflichtet, Biodiversitätsförderflächen auszuweisen und naturnahe Elemente wie Hecken oder Blühstreifen zu erhalten und leisten damit einen direkten Beitrag zur Artenvielfalt. In Deutschland führen wir ebenfalls Produkte mit entsprechenden Tierwohlstandards im Sortiment. Der Einsatz erfolgt jedoch stärker nachfrageorientiert und ist aktuell weniger umfassend umgesetzt als in der Schweiz. Zusätzlich haben wir in der Schweiz eine Partnerschaft mit dem Schweizer Tierschutz (STS) und Zielwerte für eine tierfreundliche Beschaffung in definierten Produktkategorien vereinbart.

Für Fisch und Meeresfrüchte arbeiten wir in der Schweiz seit Jahren mit dem WWF Schweiz zusammen, der unser Sortiment aktiv prüft und bewertet. In Deutschland orientieren wir uns am öffentlichen WWF-Einkaufsratgeber. So stellen wir sicher, dass wir keine Produkte aus bedrohten Beständen sowie umweltschädlichen Zucht- und Fangmethoden anbieten. Der WWF Labelführer bewertet Fisch und Meeresfrüchte anhand eines Ampelsystems, das den Zustand der Fischbestände, die Umweltauswirkungen sowie das Management von Fischereien und Aquakulturen berücksichtigt. WWF Schweiz Score 1 entspricht «empfehlenswert», Score 2 «akzeptabel» und Score 3 der Mindestanforderung. Produkte mit Score 4 oder 5 gelten als nicht empfehlenswert und werden von SV nicht beschafft. 

In der Schweiz sind wir offizielle Gastronomiepartnerin von Max Havelaar (Fairtrade) und fördern den Einsatz von entsprechend zertifizierten Produkten aktiv in unserem Angebot, insbesondere bei international gehandelten Produkten wie Kaffee oder Bananen. Die Fairtrade-Standards umfassen neben sozialen und ökonomischen Kriterien auch Umweltanforderungen, die einen ressourcenschonenden Anbau fördern und damit indirekt zur Biodiversität beitragen.

 

ESRS E4-3

Massnahmen und Mittel für biologische Vielfalt 

Schweiz

Nachhaltige Landwirtschaft

Durch den Ausbau unserer Labelprodukte unterstützen wir Landwirtschaftsbetriebe, die höhere Anforderungen an Umwelt, Biodiversität und Tierhaltung erfüllen. Unser Sortiment an Labelprodukten beinhaltet Bio-Knospe, Max Havelaar, Rainforest Alliance, UTZ, IP-SUISSE und EU-Bio. Das Label muss nachweislich ökologische oder soziale Mehrwerte gegenüber konventionellen Produkten belegen. Die folgenden Meilensteine zeigen, wie wir unser Sortiment in den letzten Jahren weiterentwickelt haben.

Meilensteine: Nachhaltige Landwirtschaft

2023

Ausbau des IP-SUISSE Fleischsortiments

2018

Einführung IP-SUISSE Quinoa

Umstellung auf BIO SUISSE Tofu

Umstellung des IP-SUISSE-Fleischsortiments

2016

Einführung IP-SUISSE Rüebli

2014

Einführung IP-SUISSE Wiesenmilch

Tierwohl

Seit 2016 bauen wir den Anteil an Produkten aus tierfreundlicher Haltung schrittweise aus, sowohl bei Fleisch als auch bei Milch, Eiern und weiteren tierischen Produkten. Die folgenden Meilensteine zeigen wichtige Schritte dieser Entwicklung.

 

Meilensteine: Tierwohl

2024

Weiterer Ausbau des IP-SUISSE-Fleischsortiments

2023

Umstellung auf 100% Schweizer Poulet

Ausbau des IP-SUISSE-Fleischsortiments

2022

Umstellung der Eiprodukte in allen Schweizer Hotels auf Schweizer Freihaltung

2021

Verlängerung der Partnerschaft mit dem Schweizer Tierschutz STS bis Ende 2024

2019

Umstellung Kalbfleisch auf RAUS

Umstellung Naturjoghurt auf IP-SUISSE

2017

Beginn der Sortimentumstellung auf Fleisch aus tierfreundlicher Haltung

Umstellung der Eiprodukte auf Schweizer Freihaltung

2016

Beginn der Partnerschaft mit dem Schweizer Tierschutz STS

2014

Umstellung der Vollmilch auf IP SUISSE Wiesenmilch.  

Einführung Alpsteinpoulet

Nachhaltige Fischproduktion

Seit vielen Jahren entwickeln wir unser Fischsortiment kontinuierlich weiter, mit dem Ziel, ausschliesslich Produkte aus empfehlenswerten oder akzeptablen Quellen anzubieten. Die folgenden Meilensteine zeigen wichtige Schritte dieser Entwicklung.

 

Meilensteine: Nachhaltige Fischproduktion

2018

Die Bewertung des Fischsortiments wird Teil der WWF-Partnerschaft. 

2015

Umstellung auf ausschliesslich MSC-zertifizierte Thunkonserven. 

2014

SV Schweiz erhält die MSC- und ASC-Zertifizierung (bis Ende 2022).

Beginn Ausbau des MSC-/ASC-Sortiments. 

2010

Pangasius wird nur noch aus umweltfreundlichen Zutaten in Vietnam (GlobalGab) bezogen. 

2008

SV Schweiz bietet nur noch Fische und Meeresfrüchte an, die gemäss WWF empfehlenswert oder akzeptabel für den Verzehr sind. 

Fairtrade 

Wir bauen unser Fairtrade-Sortiment kontinuierlich aus und fördern den Einsatz zertifizierter Produkte aktiv in unserem Angebot. Die folgenden Meilensteine zeigen wichtige Schritte in der Entwicklung unserer Fairtrade-Partnerschaft.

 

Meilensteine: Fairtrade

2024

Umstellung Max-Havelaar- und Bio-zertifizierte Kaffeebohnen.

2022

Nominierung für den Max Havelaar Fairtrade-Award. 

2018

Umstellung auf Bio-Max-Havelaar-Bananen. 

Erweiterung des Fairtrade-Sortiments mit geschnittenen Früchten (Ananas, Orangenfilets, und Fruchtsalat) und weiteren Produkten. 

2015

Entwicklung und Einführung SV Lemonade.  

Einführung SV Zuckersticks.  

Max-Havelaar-Säfte von Michel gehören zum Standard-Getränke-Sortiment.

2014

Entwicklung und Einführung des SV IceTea mit Fairtrade-Komponenten.  

SV Schweiz wird Partner von Fairtrade Town.  

2009

Umstellung auf Fairtrade Bananen.

 

ESRS E4-4

Ziele zur Förderung biologischer Vielfalt

Gesunde Böden, sauberes Wasser und vielfältige Ökosysteme sind die Grundlage unserer Lebensmittelproduktion. Unsere Ziele zeigen, wie wir unseren Beitrag zur biologischen Vielfalt messen und weiterentwickeln.

No-Deforestation-Verpflichtung

Die vollständige Umsetzung erfordert mehr Zeit als ursprünglich geplant, weshalb wir das Zieldatum gemäss SBTi FLAG Guidance (V1.2) auf den 31. Dezember 2028 angepasst haben. Grundlage für die konkreten Massnahmen bildet die unter E4-1 beschriebene Analyse unserer Lieferkette für kritische Rohstoffe, deren Ergebnisse derzeit ausgewertet werden.

 

Schweiz 

Schweizer Tierschutz

In Partnerschaft mit dem Schweizer Tierschutz STS haben wir Zielwerte für eine tierfreundliche Beschaffung in definierten Produktkategorien vereinbart, darunter Geflügel, Fleisch, Milchprodukte sowie Eier und Eiprodukte. Als Massstab gelten anerkannte Tierwohl-Standards wie BTS, RAUS, Bio oder IP-SUISSE. Zusätzlich verzichten wir vollständig auf Produkte aus tierquälerischer Produktion, wie Stopfleber, Lebend-Hummer oder Eier aus Käfighaltung. Die vereinbarten Zielwerte werden kontinuierlich weiterverfolgt.

Nachhaltige Fischerei und Aquakultur

Bis Ende 2026 soll das gesamte Sortiment an Meeresfischen, Krustentieren, Muscheln sowie Süsswasserfischen aus Zucht und Wildfang von SV Schweiz mindestens Score 3 gemäss WWF Labelführer entsprechen. Der Anteil von Fisch mit Score 1 oder 2 soll bis Ende 2026 mindestens 88% der jährlich beschafften Menge in Kilogramm betragen. Dieses Ziel wurde im Rahmen der WWF-Partnerschaft vereinbart und wird durch den WWF jährlich auditiert.

Labelanteil bei Produkten

Bis Ende 2026 soll der Anteil an Produkten mit der WWF-Auszeichnung «Empfehlenswertes Labelprodukt» mindestens 20% unserer beschafften Menge in Kilogramm betragen, ausgenommen Fisch. Der WWF Labelführer bewertet Lebensmittellabels anhand ökologischer und sozialer Kriterien und zeichnet Labels aus, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen. Dieses Ziel wurde im Rahmen der WWF-Partnerschaft vereinbart und wird jährlich durch den WWF auditiert.

Bereich
Ziel
Zielwert
Messgrösse
Zieljahr
Ist-Wert 2025
Labelprodukte
Anteil "empfehlenswerte" Labelprodukte.
≥ 18%
Beschaffte Menge in kg
2025
16.40%
WWF Fischscore 1-3
Anteil empfehlenswerten oder akzeptablen 
Quellen (WWF Score 1-3) am 
Gesamt-Seafood-Sortiment.
100%
Gesamtes Sortiment
2025
99.50%
WWF Fischscore 1-2
Anteil empfehlenswerte Quellen (WWF Score 1-2) 
am Gesamt-Seafood-Sortiment.
≥ 88%
Beschaffte Menge in kg
2025
82.90%
Tierwohl STS
Tierfreundliche Beschaffung gemäss STS-Partnerschaft
Unterziele gemäss
STS-Vereinbarung
Produktkategorien
gemäss Vertrag
laufend
 

 

Deutschland 

Während in der Schweiz messbare Zielwerte in Partnerschaft mit dem WWF und dem Schweizer Tierschutz STS definiert wurden, erfolgt die Steuerung in Deutschland derzeit primär über verbindliche Beschaffungsstandards. Diese legen Mindestanforderungen fest: Mindestens 90% der Schweine- und Rindfleischprodukte sowie der Milchprodukte stammen aus Deutschland. Im Bereich Fisch und Meeresfrüchte werden mindestens 50% aus zertifizierten nachhaltigen Quellen (MSC oder ASC) bezogen.

Darüber hinaus engagiert sich SV Deutschland aktiv in Initiativen zur Verbesserung der Tierhaltung, darunter die Europäische Masthuhn-Initiative. Im Sortiment werden gezielt Produkte aus tierwohlorientierten Programmen berücksichtigt, darunter FairMast (Geflügel), Meisterfrisch (Rind) und Susländer (Schwein).

 

 

ESRS E4-5 

Kennzahlen zur Förderung biologische Vielfalt

Schweiz 

Der Anteil an Produkten mit Nachhaltigkeitslabel betrug im Berichtsjahr 16,4% und lag damit leicht unter dem Zielwert von 20% bis 2026. Die Entwicklung ist hauptsächlich auf Sortimentsänderungen sowie Anpassungen bei der Label-Auslobung einzelner Produkte zurückzuführen. Die Qualität blieb dabei teilweise unverändert.

  • Anteil Labelprodukte in %

*Berücksichtigt werden folgende Labels: Bio Knospe, Eu Bio, IP-SUISSE, Max Havelaar Fairtrade, Rainforest Alliance, UTZ. Gemäss Zielvereinbarung sind folgende Warengruppen ausgeschlossen, da für diese separate Ziele vereinbart wurden: Fisch, Fleisch, Geflügel, Wild. Diese machen 11% vom gesamten F&B-Einkauf aus.

Entwicklung Nachhaltige Fischerei und Aquakultur

Der Anteil an Seafood aus empfehlenswerten oder akzeptablen Quellen (Score 1-3) gemäss WWF lag im Berichtsjahr bei 99.5% (Vorjahr: 99.0%) und damit weiterhin auf sehr hohem Niveau. Das vorgesehene Ziel von 100% wurde knapp verfehlt. Grund dafür sind einzelne Fehlbestellung.

Der Anteil an Seafood aus empfehlenswerten Quellen gemäss WWF konnte gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert werden und liegt 2025 bei 82.9% (Vorjahr 82.0%). Damit wurde das angestrebte Ziel von 88% für das Berichtsjahr 2025 noch nicht erreicht.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass nachhaltig zertifizierte Produkte in einzelnen Kategorien mit höheren Beschaffungskosten verbunden sind, was die vollständige Zielerreichung erschwert.

Liniendiagramm mit Bewertungen 2018-2025, zwei Linien verglichen.
Grafik des Anteils an Tierwohlprodukten von 2018 bis 2025.

Entwicklung Tierwohl

Trotz des gestiegenen Anteils an IP-SUISSE-Fleisch lag der Gesamtanteil an Tierwohlfleisch im Jahr 2024 bei 67% und damit unter dem Vorjahreswert. Grund dafür war die Umstellung bei Rind-, Kalb- und Schweinefleisch auf IP-SUISSE. Während der Umstellungsphase waren noch nicht alle Produkte in ausreichender Verfügbarkeit vorhanden, wodurch der Tierwohlanteil vorübergehend sank. Mit der schrittweisen Weiterentwicklung des Sortiments liegt der Anteil im Jahr 2025 wieder bei 76%.
 

*Berücksichtigt werden folgende  Produktionsformen: BTS, RAUS, Bio Knospe, EU Bio, IP-SUISSE. Die Auswertung schliesst folgende Warengruppen ein: Rind-, Schweine- und Kalbfleisch sowie Poulet.